Corona, Klima und Flugscham

Ich rege mich ein wenig über die Menschen auf, die denken sie würden die Weltretter sein indem sie auf Urlaub und Fliegen verzichten – andererseits aber völlig aus den Augen verlieren, dass es weitaus mehr Dinge gibt auf die man achten sollte wenn man wirklich „klimaneutral“ leben möchte. Man ist kein Weltretter wenn man auf einen Flug nach Malle jährlich verzichtet und ansonsten so weiterlebt wie jeder Großstädter.

Der Flugverkehr trägt weltweit zu den gesamten klimarelevanten Emissionen nur zwei bis drei Prozent bei

Das fängt mit dem Handy an, dass man alle zwei Jahre mit Der Vertragsverlängerung bekommt (wie wäre es mit Tarifen ohne Handy, zB bei Congstar – ein iPhone hält locker 5 Jahre??) und das hört mit gesunden Avocados auf.

Ich kann es nicht mehr hören, dieses Gelaber von vorgeblichen Klimarettern, Umweltschützern und Tierfreunden.

Hört auf zu Labern und tut selbst was. Ich spende zum Beispiel für jeden Flug einen dreistelligen Betrag für Umweltprojekte im Ausland. Was tut ihr für Euer Macbook?

MacBook oder 28 Mal nach Mallorca?

Hey Ihr Veggi Studenten: Euer Mac Book Pro veranschlagt bei der Produktion knapp 7 Tonnen Treibhausgase.
Das entspricht ca 14 (!!!) Mal Mallorca hin UND zurück! Also 28 Flüge!
Benutzt also Papier plus Kugelschreiber und nutzt Internetcafes… geht alles wenn man will.

Klimabilanz von normalen Großstadt Klimarettern

Lange Transportwege: Für die Produktion eines Kilos Fleischersatz auf Sojabasis werden 2,8 kg Treibhausgase ausgestoßen. Die meisten Regenwaldflächen werden grad aktuell aufgrund des Soja-Booms gerodet, entsprechend ist die wirkliche Bilanz mangels Kompensationen noch schlechter.

2 total gesunde Acocados verursachen fast ein Kilo Treibhausgase.

1 Kilo Bananen verursachen knapp ein halbes Kilo Treibhausgase.

Dein Kaffee morgens mit Milch verursacht ca 250g Treibhausgase.

Übrigens verursachen Fische aus „kontrollierter Fischzucht“ deutlich mehr Tierleid, Unweltverschmutzung und Treibhausgase als normaler Fischfang. Die einzige Lösung ist auch hier: Esst keinen Fisch. Gar keinen!

Also liebe Leute: Wenn ihr die Umwelt retten wollt, esst deutsche Äpfel und deutsche Kartoffeln. Wehe ich erwische nur einen mit ner Avocado, nem Kaffee oder mit vegetarischem Ersatzfrass!

Und verdammt nochmal fahrt Fahrrad. Und spendet nach jedem Flug freiwillig Kompensationen zB an MyClimate, um nachhaltige Umweltmaßnahmen zu fördern.

Zu Hause bleiben um die Welt zu retten!?

Zu Hause zu bleiben und über Corona und Urlaubsflieger zu jammern und sich dann schön Obst, Avocados und Kaffee reinzuknallen ist jedenfalls heuchlerischer Bullshit. Und wenn ihr dann wegen Eurer Fernbeziehung zusätzlich jedes Wochenende durch Deutschland tourt, ist Eure CO2 Bilanz eh komplett fürn Arsch – sucht Euch jemanden in der Nähe… ja das geht. Genauso wie man auf Fliegen verzichten kann, kann man bei seiner Partnerwahl verdammt nochmal auf die CO2 Bilanz achten! Und dann bitte schnell zusammenziehen in einen Haushalt, denn mehrere vegetarische Single Haushalte (anstatt einer) schaden der Umweltbilanz durchaus mehr, als ein Flug nach Malle.

Rauchen und Unweltschutz

Raucher als extreme Umweltverschmutzer: Für eine (!!!)Zigarette werden 3,7 Liter Wasser und an fossilen Treibstoffen 3,5 Gramm Öläquivalent verbraucht, zur Klimaerwärmung tragen 14 Gramm CO2-Äquivalent bei. Das Trocknen der Tabakblätter ist energieintensiv, meist wird dazu Kohle oder Holz verbrannt. Dass Kippen einfach weggeworfen werden und Jahre bis zur Verwesung benötigen lasse ich hier mal unkommentiert.

Klimakiller Haustiere: Hauskatze oder lieber 4 Mal im Jahr Urlaub auf Mallorca?

Schon gewusst liebe Tier- und Klimafreunde? Klimakiller Katze: Eine Hauskatze in Deutschland verursacht pro Jahr rund 2,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Dabei entsteht gut eine Hälfte des Klimagases durch die Herstellung von Futtermitteln und deren Verpackung, die andere durch die Entsorgung von gebrauchter Katzenstreu und leeren Dosen, berechnet das Internetportal Utopia.

Das entspricht ca. 4,5 Reisen nach Mallorca mit Hin- und Rückflug. Also ca. 9 Flüge.

Hier mehr, auch zu Hunden:
https://www.wiwo.de/technologie/green/frage-der-woche-wie-klimaschaedlich-sind-hund-und-katze/13546892.html

Corona Wahnsinn im Flugscham Zeitalter

Corona hin oder her: Nach knapp eineinhalb Jahren halte ich alle Menschen für verrückt, die sich immer noch selbst einsperren und kaum das Haus verlassen – oder dies gar immer noch von ANDEREN erwarten. Psychische Erkrankungen als Konsequenz sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr die langsam größer wird als Corona selbst. Ein bisschen Vorsicht und gesunder Menschenverstand reichen aus, um trotz Corona das Leben zu genießen – vorausgesetzt man ist geimpft. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass man das vor allem draußen bedenkenlos tun kann. Und mit gesundem Menschenverstand ist eine Reise ins Ausland je nach Zielort (also nicht der Ballermann auf Mallorca) teilweise sogar weniger gefährlich als an den überfüllten Ostseestrand inklusive Restaurants und Hotels. Auf Kreuzfahrten wird beispielsweise jeder Gast alle zwei Tage auf Corona getestet – das ist an Sicherheit kaum noch zu übertreffen.

Es schadet grundsätzlich niemandem, egal bei welchem Thema, mal über den Tellerrand zu schauen und das große Ganze im Blick zu behalten. Das gilt für Klimathemen wie auch für Corona. Extreme bei Einzelthemen bringen uns nicht weiter, sondern nur gesamtheitliche Konzepte. 1000 Corona Tote auf einer Seite weniger und dafür 5000 Tote durch Depressionen auf der anderen Seite halte ich jedenfalls für keine gesamtheitlich zufriedenstellende Lösung. Ja, auch wenn einige das nun belächeln, ich meine das ernst, Depressionen waren schon immer eine ernste Krankheit.

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/generation-corona-schwere-seelische-erkrankungen-nehmen-zu,Sf1VbSm